Konzert - Quadro Nuevo - End of the Rainbow

Tagsüber geht es in der Montessorischule Dachau hoch her, insbesondere, wenn die 400 Schüler Pause haben. Diese quirlige und familiäre Stimmung in dem kreativen Umfeld der lichtdurchfluteten Aula erlebten die vier Weltstars von Quadro Nuevo, als sie sich am 23. Januar ab 8 Uhr morgens auf der Bühne einrichteten und den Sound für ihre vielen Instrumente aussteuerten. Die ungewohnte und freundliche Atmosphäre inspirierte die Musiker so, dass sie in ihrer charmanten Moderation des abendlichen Konzerts das Leben in der Schule immer wieder thematisierten.

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Die Geschäftsführerin Ulla Gabel und der Vorsitzende des Fördervereins der Montessorischule Dachau, Florian Scherf, begrüßten über 200 Gäste, die es geschafft hatten, eine der sehr schnell ausverkauften Karten zu ergattern, am 23. Januar zu einer besonderen Veranstaltung – einem Highlight der Reihe „20 Jahre – 20 Veranstaltungen“ zum 20. Jubiläum, das die Schule in diesem Jahr feiert.

Quadro Nuevo lud das Publikum ein, mit dem fliegenden Teppich zum sagenumwobenen Ende des Regenbogens zu schweben. Tangos, betörende Arabesken, Melodien aus dem alten Europa - mit Grandezza vorgetragen und dennoch intim beleuchtet. Mulo Francel (Saxofone, Klarinetten), D.D. Lowka (Kontrabass, Percussion), Andreas Hinterseher (Akkordeon, Vibrandoneon, Bandoneon) und Evelyn Huber (Harfe, Salterio) waren kürzlich von einer Reise nach Buenos Aires zurückgekehrt, wo sie nicht nur selbst aufgetreten waren, sondern sich auch haben inspirieren lassen von verschiedensten Interpretationen bekannter und unbekannter Künstler. So räumten sie nebenbei mit tradierten Tango-Clichés auf – „Nichts ist so, wie es scheint!“ Als Überraschung brachten die bayerischen Musiker auch den Münchner Pianisten Chris Gall mit, der sich virtuos in das Quartett einfügte und unprätentiös eigene Akzente setzte.

Immer unterwegs hat das Instrumental-Quartett abseits der gängigen Genre-Schubladen eine ganz eigene Sprache der Tonpoesie entwickelt. Sie ist geprägt von der leidenschaftlichen Liebe zum Instrument und von größter Spielfreude. Das Geheimnis ist Hingabe: Selten hat man erlebt, dass Musik mit so viel Spannung, Verve und Einfühlungsvermögen in fremde Kulturen dargeboten wird. Die Leidenschaft, mit der die Künstler ihre Instrumente geradezu akrobatisch und gleichzeitig humorvoll bearbeiteten, zauberte ein Dauerlächeln in die Gesichter der Zuhörer.

Weltoffenheit und Toleranz sprechen aus jedem Ton, die unbändige Spielfreude des Quartetts ist trotz der vielen tausend Auftritte in aller Welt authentisch, die Musik klingt frisch und unverbraucht – und passt damit perfekt in die Welt und das Gebäude der Montessorischule. Die Besucher erlebten ein mitreißendes musikalisches Erlebnis für die Sinne, das zauberhafte Bilder im Kopf assoziierte und den Genuss des Augenblicks feierte. Da verwunderte es nicht, dass der tosende Applaus den Geräuschpegel, der üblicherweise tagsüber in den Schulpausen in diesem Gebäude herrscht, um ein Vielfaches übertraf! So mancher Schüler wäre überrascht gewesen zu erleben, wie begeistert und lautstark die Zuschauer die Musiker feierten und mehrere Zugaben begehrten.